Ernährung in der Schwangerschaft Was dürfen Schwangere nicht essen?

Schwangere werden zum Thema Ernährung mit einer Vielzahl von verunsichernden Verboten – oft ohne Begründung – konfrontiert. Kennen Schwangere hingegen die Gründe, können sie selbstbestimmt entscheiden, ob sie das jeweilige Risiko eingehen möchten oder nicht und werden erleben, dass sie auf viel weniger verzichten müssen als gedacht.

Warum sollen Schwangere einige Lebensmittel nicht essen?

Knapp gesagt sind einige Lebensmittelgruppen für Schwangere nicht zu empfehlen, weil sich in oder an ihnen Listerien oder Toxoplasmen befinden können, die – wenn es zu einer Infektion kommt – das Kind im Mutterlieb eventuell schädigen. Salmonellen sind zwar nicht plazentagängig, aber bei einer Infektion in der Lage, die Mutter stark zu schwächen, was sich wiederum negativ auf die Entwicklung des Ungeborenen auswirken kann. Es gibt jedoch auch andere Gründe, warum bei bestimmten Lebensmitteln Vorsicht geboten ist. Hier die wichtigsten Infos für sicheres Essen in der Schwangerschaft:

Info 1: Abgeraten wird von rohem oder halbrohem Fleisch wie Carpaccio oder rosa bzw. blutiges Steak,Tatar, Mett, Salami und Rohschinken, rohes oder halbrohes Geflügel, roher, halbroher, geräucherter oder gebeizter Fisch bzw. Meeresfrüchte.

Info 2: Rohe oder halbrohe Eier oder Eierspeisen sollten nicht verzehrt werden, in Ordnung hingegen sind hartgekochte Eier, industriell hergestellte Produkte mit Ei wie Mayonnaise aus der Tube, Salatdressings (nicht aus dem Kühlregal) oder gründlich durchgegarte Saucen und Backwaren die Ei enthalten.  

Info 3: Milch und Milchprodukte aus pasteurisierter oder wärmebehandelter Milch, gekauft in der Verpackung, können bedenkenlos gegessen werden. Vorsicht ist geboten bei Rohmilchprodukten, diese sollen Schwangere meiden (sind entsprechend gekennzeichnet). Von Käse mit Rotschmiere wie z.B. Limburger oder Sauermilchkäse wie Harzer Roller und Blauschimmelkäse wird abgeraten, das gilt auch für vorgefertigten, geriebenen Käse.

Info 4: Für fertig abgepackte Sandwichs, belegte Brötchen vom Bäcker gilt in der Schwangerschaft, dass sie lieber nicht verzehrt werden sollten, darauf sind immer mal wieder Keime gefunden worden. Torten und Kuchen müssen inkl. Füllung stets gut durchgebacken sein.

Info 5: Offen ausliegende und/oder eingelegte Feinkost und Antipasti, Aufschnitt und Milch- und Käseprodukte aus Kühl- bzw. Frischetheken sind eventuell belastet, Schwangere sollten bevorzugt Ware frisch aus der Verpackung verzehren.  

Info 6: Schwangere sollten Obst und Gemüse nur sehr gut gesäubert und gewaschen verzehren und vorgeschnittenes und verpacktes Obst und Gemüse z.B. aus dem Supermarkt, Tütensalat, rohe Sprossen und Smoothies vom Saftstand meiden. Zuchtpilze sind Wildpilzen vorzuziehen, weil diese Schwermetalle enthalten können.

Info 7: Alkohol ist absolut tabu, Kaffee und Tee sind in Maßen „erlaubt“ (ca. 200 mg Koffein pro Tag), von Energydrinks wird abgeraten und Softdrinks enthalten zu viel Zucker. Viel Wasser – 2-3 Liter am Tag – ist am gesündesten für die werdende Mutter.

Info 8: Kräuter und Gewürze sind wertvolle Kraftpakete und können in Küchengebrauchsmengen bedenkenlos gegessen werden, erst bei hohen (therapeutischen) Dosen ist Vorsicht geboten, weil einige unerwünschte Wirkungen wie z.B. die Förderung von Wehen auftreten können.

Faustregel 1: kritische Lebensmittel sollten beim Erhitzen innen für mindestens 2 Minuten eine Temperatur von 70° C erreicht haben.

Faustregel 2: Grundsätzlich bietet ein sehr hygienischer Umgang mit allen Küchenutensilien einen guten Schutz vor Infektionen, die Verwendung von frischer Ware und eine gute Kühlkette.

Gastbeitrag von Mathilde Betti
Sie schreibt für das Onlineportal www.babyclub.de und als freie Journalistin und Buchautorin u.a. zu den Themen Kinderwunsch, Schwangerschaft, Babys, Naturheilkunde, Ernährung und gesunde Lebensweise.

Weiterlesen: Bücher der Autorin zum Thema „Ernährung in der Schwangerschaft“

Gesund essen in der Schwangerschaft – es ist leichter als du denkst / GU Verlag

Ernährung für Schwangere, was dir jetzt gut tut / babyclub.de

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