Adipositaschirurgie Erfahren und schonend

Durch langjährige Erfahrung in der Adipositasbehandlung und Therapie decken wir das gesamte Spektrum bariatrischer Eingriffe ab.

Aufgrund regelmäßiger Kongressteilnahmen befinden wir uns auf dem aktuellsten Wissensstand und freuen uns, Sie individuell beraten zu können. Die Ursachen von krankhaftem Übergewicht sind vielschichtig und die Therapie erfordert viel Einfühlungsvermögen und setzt in der Regel eine fächerübergreifende Zusammenarbeit voraus.

Sie wünschen sich eine Verbesserung ihrer Lebensqualität und Gesundheit und leiden an krankhaftem Übergewicht vielleicht sogar schon an schweren Nebenerkrankungen, die Ihnen den Alltag sogar erschweren? Dann helfen wir Ihnen gerne weiter.

Allgemeine Informationen über Adipositas und wie die Behandlung entsprechend der aktuellen Leitlinienempfehlungen gelingt sowie detaillierte Informationen über von uns angebotenen bariatrischen/metabolischen Operationen finden Sie hier.

Oberstes Ziel ist die Verbesserung Ihrer Lebensqualität. Schauen Sie sich gerne auf unseren Seiten um.

In unserer Abteilung  für Adipositas- und metabolische Chirurgie der Filderklinik beschäftigen wir uns mit allen Aspekten der Adipositas und der durch sie bedingten Erkrankungen.

Unsere Klinik besteht aus Spezialisten aus der Ernährungsmedizin, Psychosomatikern, Internisten und Endoskopikern, Gynäkologen, Radiologen und unserer eigenen Abteilung für minimal invasive Chirurgie.
Darüber hinaus kooperieren wir mit Spezialisten in den Bereichen der Endokrinologie, plastischen Chirurgie und verschiedenen niedergelassenen Ernährungspraxen. In unserer Adipositassprechstunde beraten wir Sie individuell und erstellen gezielt ihr Therapiekonzept.

Wir stellen eine auf den einzelnen Patienten zugeschnittene, ganzheitliche Versorgung sicher. In der Regel ist primär eine Umstellung von Ernährungsverhalten und Lebensstil sowie ein individuelles Bewegungsprogramm erforderlich. Wenn nötig und gewünscht bieten wir den  Patienten für eine suffiziente und langfristige Gewichtsreduktion auch eine operative Behandlung und kompetente Nachsorge an.

Wir führen jede von uns angebotene bariatrische/metabolische Operation mit minimalinvasiven Techniken durch. Hierzu zählen die Sleeve-Gastrektomie, der Roux-Y-Magenbypass, Omega-Loop-Bypass, Bipartionen sowie sämtliche Reoperationen, die im weiteren Verlauf ggf. nötig sein könnten. Darüber hinaus bieten wir auch Methoden wie den „banded Magenbypass“ oder die „banded Sleeve-Gastrektomie“ an.

Alle Patienten werden in ein Nachbehandlungsprogramm aufgenommen. Die Nachsorgen der von uns operierten Patienten finden nach 4 Wochen, 3, 6,12 und 18 Monaten statt und danach jährlich.

Zur Abschätzung des Ausmaßes des Übergewichts wird der Body Mass Index verwendet. Gerne können Sie unseren BMI-Rechner verwenden, um Ihren BMI auszurechnen.

Hier können Sie Ihren BMI berechnen. 

Der Body Mass Index (BMI) wird üblicherweise benutzt, um das Vorliegen und den Grad der Adipositas zu bestimmen. Der BMI ist die Relation des Gewichts (in kg) zu Ihrer Körpergröße im Quadrat (m2). Zudem ist die Verteilung des Körperfettes relevant.
 

BMI < 20

Untergewicht

BMI 20-25

Normalgewicht

BMI 26-30

Übergewicht

BMI 31-34

Adipositas Grad 1

BMI 35-40

Adipositas Grad 2

BMI > 40

Adipositas Grad 3

Sleevegastrektomie (Schlauchmagenbildung)

Die Sleevegastrektomie  (Schlauchmagenbildung) verkleinert den Magen. Dabei verbleiben ca. 10 % seines Ursprungsvolumens. Bei dem Verfahren wird also ein Großteil (ca. 2/3) des Magens mit Hilfe eines Klammernahtgerätes (Titanklammern, die verbleiben können)  in Längsrichtung entfernt, sodass ein schmaler langer Magenschlauch verbleibt.
Das verbleibende Magenvolumen liegt bei ca. 80 ml. Nach der Operation besteht daher eine eingeschränkte Volumen- und Nahrungsaufnahme. Bei den Patienten tritt schneller ein  Sättigungsempfinden auch nach kleinen Mahlzeiten auf. 
Die Operation kann nicht rückgängig gemacht werden.

Die Sleevegastrektomie zählt zu den einfachsten bariatrischen Operation, die normale Darmanatomie bleibt erhalten, es existieren keine Umleitungen oder Neuverbindungen mit dem Darm.
Da der Magenschließmuskel unbeinträchtigt weiter arbeiten kann, kommt es seltener als bei Magenbypassoperationen zu Dumpingproblemen. Auch Magengeschwüre treten seltener auf als nach Magenbypass.

Wirkmechanismen:
Die Sättigungsmechanismen werden durch die Sleevegastrektomie wiederhergestellt, die Nahrungsmenge wird reduziert. Ein zweiter Effekt liegt in der Entfernung des Magenfundus, in welchem das appetitanregende Hormon Ghrelin produziert wird.
Wichtig ist jedoch weiterhin neben der Operation die dauerhafte Umstellung der Ernährungsweise als zwingende Voraussetzung für eine ausreichende Gewichtsreduktion. Essen und Trinken Sie dauerhaft zu viel, kann sich der Schlauchmagen ausdehnen.

Wann kommt eine Sleevegastrektomie infrage?

  • BMI über 35 kg/m2 mit Vorerkrankungen wie Diabetes, art. Hypertonie etc.
  • BMI über 40 kg/m2 ohne Nebenerkrankungen
  • Gemischter Volumenesser, kein ausschließlicher "Sweet-Eater"
  • Kein Sodbrennen

Welche Vorteile bietet die Sleevegastrektomie?

  • Bei der Operation wird der Teil des Magens (Fundus) entfernt, der das appetitanregende Hormon Ghrelin produziert.
  • Technisch einfache Operation mit kurzer Operationszeit
  • Auch postoperativ uneingeschränkte Endoskopierbarkeit des Magens und Zwölffingerdarms durch unveränderte Darmanatomie
  • Weniger stringente lebenslange Vitaminsubstitution erforderlich als nach den Bypassoperationen.

Welche potentiellen Nachteile dieses OP-Verfahrens sollte ich kennen?

  • Da die Operation mithilfe von Klammernahtgeräten erfolgt, sind Komplikationen wie Undichtigkeiten im Bereich des Magens möglich.
  • Im Vergleich zu den Magenbypassverfahren muss eine größere Diät-Disziplin erfolgen, vor allem dürfen keine Softdrinks oder Süßigkeiten in höherem Maß konsumiert werden, da es sonst zu einem unzureichenden Gewichtsverlust kommt.

Wie lange ist die Operationsdauer?

  • Die Operation dauert in der Regel maximal eine Stunde.

Welche Nahrungsergänzungsmittel sollte ich nach einer Sleeve-Gastrektomie einnehmen?

Multivitamintabletten (keine Brausetabletten; von A-Z) 1 Tablette täglich morgens und abends. Zusätzlich wird Calcium empfohlen.

Zusätzlich werden empfohlen:

  • Vitamin D Mind. 3000 IU/d, Serumkonzentration >30ng/ml
  • Kalzium als Zitrat 1200-1500 mg und Magnesium als Zitrat 200 mg täglich empfohlen.
  • Vitamin B12 oral: 1000 µg alle 3 Monte i.m.

Sollten Sie unter Haarausfall leiden, welcher in der Regel vor allem im ersten halben Jahr nach der Operation auftreten kann, empfehlen wir additiv Zink, Biotin und Selen einzunehmen.

 

Roux-Y-Magenbypass 

Dieses Operationsverfahren hat eine restriktive und eine malabsorptive Komponente, d.h. man  kann weniger essen aber es wird von dem Gegessenen auch weniger vom Körper aufgenommen. Die Aufnahme der Nahrung wird durch Überbrückung von Teilen des Darms eingeschränkt. Größere Magenanteile werden abgetrennt. Aufgrund des deutlich kleineren Restmagens (ca.20-30 ml) wird grundsätzlich weniger gegessen.
Im Anschluss wird der kleine Restmagen (Pouch) mit einer Dünndarmschlinge verbunden, nachdem der Dünndarm an einer anderen Stelle zuvor durchtrennt wurde. Es wird ein Dünndarmschenkel für den Nahrungstransport geschaffen, der nach 150cm in einen sogenannten biliären Darmabschnitt (Darmabschnitt, der die Verdauungssäfte beinhaltet) mündet. Da erst nach 150cm die Verdauungssäfte zur Nahrung dazukommen, erfolgt erst ab hier die eigentliche Nahrungs- und Kalorienaufnahme.
D.h. das ca. 40% der mit der Nahrung aufgenommenen Fette aber auch Nährstoffe nicht verdaut, sondern ausgeschieden werden.

Wann kommt ein Roux-Y-Magenbypass (RYGB) für mich infrage?

  • BMI 40 (35 mit Begleitkrankheiten) bis max. 50 kg/m2
  • Ich bin bereits an einem Diabetes mellitus Typ 2 erkrankt
  • Sodbrennen und krankhaftes Übergewicht

Welche Vorteile bietet der RYGB für mich?

  • Sehr erfolgreiche Gewichtsreduktion (60-70 % Excess Weight Loss) 
  • Operation für "Sweet-Eaters"
  • Therapie für adipöse Patienten mit Sodbrennen

Welche Nachteile hat bzw. kann der RYGB haben?

  • Irreversible Veränderung der Darmanatomie à Spiegelung von Duodenum und Restmagen über normale Endoskopie nicht mehr möglich
  • Lebenslange Einnahme von Vitamine- und Spurenelementen erforderlich
  • Risiko der Sturzentleerung der Nahrung (Dumping-Syndrom) mit Schwitzen, Herzrasen, Unterzuckerung.

 Wie lange ist die Operationsdauer?

  • Die Operationszeit beträgt in der Regel  beträgt maximal 2 Stunden.

Welche Nahrungsergänzungsmittel sollte ich nach RYGB einnehmen?

Multivitamintabletten (keine Brausetabletten; von A-Z) 1 Tablette täglich morgens und abends. Zusätzlich wird Calcium empfohlen.

Zusätzlich werden empfohlen:

  • Folsäure 600µg täglich
  • Vitamin D Mind. 3000 IU/d, Serumkonzentration >30ng/ml
  • Kalzium als Zitrat 1200-1500 mg und Magnesium als Zitrat 200 mg täglich empfohlen.
  • Vitamin B12 oral: 1000 µg alle 3 Monte i.m.

Sollten Sie unter Haarausfall leiden, welcher in der Regel vor allem im ersten halben Jahr nach der Operation auftreten kann, empfehlen wir additiv Zink, Biotin und Selen einzunehmen.

 

Omega- Loop-Bypass (Mini-Bypass)

Hierbei handelt es sich um eine Bypassvariante, bei der nur eine neue Verbindung (Anastomose) zwischen dem Magenpouch und dem Dünndarm  hergestellt wird, deshalb wird dieses Operationsverfahren auch  Ein-Anastomosen-Bypass oder Minibypass genannt.

Es wird im Rahmen einer Operation ein Magenpouch gebildet, welcher etwas größer ist, als beim Roux-Y- Bypass.  Wie beim Roux-Y-Bypass verbleibt der Restmagen auch im Körper des Patienten. Im Gegensatz zum Roux-Y-Bypass wird der Dünndarm nicht durchtrennt sondern ca. 200 cm hinter dem Ende des Zwölffingerdarms mit dem Magenpouch verbunden.

Wann kommt ein Omega- Loop- Bypass  für mich infrage?

  • BMI 40kg/m (35 mit Begleitkrankheiten)
  • Ich bin bereits an einem Diabetes mellitus Typ 2 erkrankt
  • Auch bei höheren BMIs noch durchführbar (keine BMI 50kg/m2)

Welche Vorteile bietet der Omega-Loop-Bypass für mich?

  • Sehr erfolgreiche Gewichtsreduktion (70-80 % Excess Weight Loss) 
  • Operation für "Sweet-Eaters"
  • sehr gutes Ansprechen bzgl. eines Diabetes mellitus Typ 2

Welche Nachteile hat bzw. kann der Omega-Loop-Bypass haben?

  • Irreversible Veränderung der Darmanatomie à Spiegelung von Duodenum und Restmagen über normale Endoskopie nicht mehr möglich
  • Lebenslange Einnahme von Vitamine- und Spurenelementen erforderlich
  • Risiko der Sturzentleerung der Nahrung (Dumping-Syndrom) mit Schwitzen, Herzrasen, Unterzuckerung
  • Sodbrennen (galliger Reflux)

Welche Nahrungsergänzungsmittel sollte ich nach einem Omega-Loop-Bypass einnehmen?

Multivitamintabletten (keine Brausetabletten; von A-Z) 1 Tablette täglich morgens und abends. Zusätzlich wird Calcium empfohlen.

Zusätzlich werden empfohlen:

  • Folsäure 600µg täglich
  • Vitamin D Mind. 3000 IU/d, Serumkonzentration >30ng/ml
  • Kalzium als Zitrat 1200-1500 mg und Magnesium als Zitrat 200 mg täglich empfohlen.
  • Vitamin B12 oral: 1000 µg alle 3 Monte i.m.

Sollten Sie unter Haarausfall leiden, welcher in der Regel vor allem im ersten halben Jahr nach der Operation auftreten kann, empfehlen wir additiv Zink, Biotin und Selen einzunehmen.

  • Bandverstärkter Schlauchmagen (Banded Sleeve-Gastrektomie)
  • Bandverstärkter Magenbypass (Banded Gastric-Bypass)
  • Bipartitionen

Wie lange muss man im Krankenhaus bleiben?

  • Sie werden in der Regel am Morgen der Operation um 06:45 Uhr auf Station aufgenommen. In der Regel bleiben Sie 3-4 Nächte bei uns, vorausgesetzt es kommt zu einem normalen Verlauf.

Was ist für die Zeit nach dem Krankenhausaufenthalt wichtig?

  • Der Patient muss eine besondere Ernährung einhalten und Multivitamine einnehmen. Auf eine ausreichende Eiweißzufuhr mind. 60g Eiweiß täglich muss zwingend geachtet werden, sonst kommt es aufgrund der schnellen Gewichtsreduktion zu einem ausgeprägten Muskelschwund. Hier haben sich Eiweißshakes mit einem hohen Eiweißanteil (80g Eiweiß auf 100g) unterstützend bewährt. Wir beraten Sie gerne.
  • Nach einer adipositas- und metabolischen Operation sollten lebenslänglich Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden

Standardmedikation nach der Operation

  • Ein Magenschutz sollte für 6 Wochen eingenommen werden: PPI 40 mg 0-0-1
  • Sollten Sie kurzfristig oder langfristig NSAR wie z.B. Ibuprofen oder Diclofenac einnehmen müssen, sollte der Magenschutz ebenfalls wieder begonnen werden.

Sport und körperliche Aktivitäten

Sie werden direkt nach der Operation aufstehen, zuerst mit Hilfe, dann bei stabilen Kreislaufverhältnissen eigenständig. Normale körperliche Betätigung (Spazierengehen etc.) ist möglich und gewünscht.

Drei Wochen nach der Operation kann mit leichtem Sport begonnen werden. Ziel sind mind. 3 Stunden körperlicher Aktivität pro Woche, kombiniert Kraft- und Ausdauertraining.

 doctor

Oberärztin Chirurgie

Dr.  Jessica  Lange

Fachärztin für

  • Visceralchirurgie
  • Spezielle Visceralchirurgie