Schnell wieder fit nach der OP

Was jede/r tun kann, um nach einer Operation möglichst schnell wieder auf den Beinen zu stehen, verraten Prof. Dr. Marty Zdichavsky, Leitende Ärztin in der Chirurgie und Kamilla Zielonka, Leiterin der Physiotherapie.

Eine Operation stellt immer einen Eingriff dar, den der Körper erst einmal verkraften muss. Was kann ich selbst tun, um möglichst rasch wieder fit zu werden?

Prof. Dr. Marty Zdichavsky: „Das kommt natürlich immer auf den Eingriff an, der durchgeführt wurde. Grundsätzlich rate ich aber dazu, möglichst schnell – im Rahmen der Möglichkeiten – wieder in Bewegung zu kommen. Diese Mobilisation fördert die Regeneration und damit auch die Wundheilung und bringt den Körper nach einer OP wieder in Schwung. Das heißt: Spazierengehen, wenn möglich, oder aber auch Bewegungsübungen im Bett oder im Zimmer. Unser Team gibt unseren Patientinnen und Patienten hier jederzeit gerne Ratschläge und Tipps.“

„Grundsätzlich rate ich aber dazu, möglichst schnell – im Rahmen der Möglichkeiten – wieder in Bewegung zu kommen.“
Prof. Dr. med. Marty Zdichavsky

Dr. Marty Zdichavsky

Was bietet die Filderklinik darüber hinaus an Unterstützung an?

Prof. Dr. Marty Zdichavsky: „Eine sinnvolle Bewegungstherapie aus dem Bereich der Integrativen Medizin ist die Heileurythmie, die wir auch hier an der Filderklinik anbieten. Sie kommt bei vielen akuten, chronischen oder degenerativen Krankheitsbildern zur Anwendung, aber eben auch in der Nachsorge, und stärkt die Regenerationskräfte des Körpers. Ein Vorteil ist hier auch, dass sie im Sitzen oder im Liegen oder ambulant durchgeführt werden kann.“

Kamilla Zielonka: „Ein oft unterschätzter beziehungsweise vernachlässigter Teil des Bewegungsapparats ist zudem die Atmung. Atemübungen wirken sich nicht nur positiv auf den gesamten Körper aus, sondern sorgen natürlich auch für eine optimale Sauerstoffsättigung und unterstützen so die Genesung. Wir machen da sehr gute Erfahrungen mit dem Triflow-Atemtrainer. Das ist ein kleines Gerät, bei dem man über einen Schlauch drei kleine Bälle mithilfe der Einatmung in der Luft halten muss. Unsere Physiotherapeut/innen leiten die Patient/innen dabei an - und die Wirkung ist wirklich verblüffend.“

 

„Auf die Atmung – fertig, los! Mit bewegter Physiotherapie nach einer OP wieder zurück ins Leben!“

Kamilla Zielonka

Welches Wirkprinzip steckt dahinter?

Kamilla Zielonka: „Tiefe Atmung fördert den venösen Rückstrom, hilft eine Lungenentzündung vorzubeugen, regt die Verdauung an und unterstützt den Wundheilung sowie den Abtransport von schwellungsbedingter Flüssigkeitsansammlung im Gewebe. Eine Massage von innen sozusagen.“

Welche Unterstützung bietet die Physiotherapie nach einer OP noch an?

Kamilla Zielonka: „Die Physiotherapie erfüllt nach der OP die wichtige Aufgabe, die Belastbarkeit und Beweglichkeit der Patient/innen wiederherzustellen. Im Vordergrund steht zu Beginn die Aufklärung über Kontraindikationen, also über die Dinge, die für die ersten Wochen nach der OP erstmal vermieden werden sollten um die Wundheilung nicht zu gefährden.“

„Ein weiterer Fokus liegt auf der Erarbeitung von angepasster Verhaltens- und Bewegungsschulung bei alltäglichen Dingen. Dazu zählen in etwa das Erlernen von schmerzarmen korrekten Bewegungsübergängen zum Aufstehen aus dem Bett oder das Entwickeln von Strategien sich auch trotz post-operativer Einschränkungen wieder selbstständig anzukleiden. Auch Schmerzlinderung nimmt post-OP eine zentrale Stellung ein, um einer Schonhaltung vorzubeugen. Dies wird erreicht durch Atem- und Bewegungsübungen, entlastende Lagerungen, Wärmeanwendungen, Massagen und Dehnungen sowie Manueller Lymphdrainage, die zudem eine Reduzierung der postoperativen Schwellung bewirkt.“

„Neben dem schrittweise Erklären und Einüben von Bewegungsabläufen vermitteln wir den Betroffenen die Sicherheit, zu Hause ihre Alltagsbelastungen wieder meistern zu können.“

Kamilla Zielonka

Gibt es spezielle Therapien der Anthroposophischen Medizin, die in der Physiotherapie zum Einsatz kommen?

Kamilla Zielonka: „Besonders die Rhythmische Massage nach Dr. Ita Wegman  lässt Patienten nach größeren operativen Eingriffen durch die rhythmisierten Bewegungen wieder Entlastung, Belebung sowie ein besseres Körpergefühl erfahren.“

Wie schaffen Sie es, dass Patient/innen aktiv bei der Therapie mitwirken?

Kamilla Zielonka: „Wir Physiotherapeuten sehen uns als Begleiter zurück in die Selbstständigkeit. Wichtig ist uns, dass Patienten sich von uns gesehen und verstanden fühlen. Wir möchten sie dort abholen, wo sie gerade stehen. Das Fördern von Selbstvertrauen und das Abbauen von Ängsten vor den ersten post-operativen Bewegungen oder auch vor einer vertiefen Atmung nach Bauchoperationen erfordert Feingefühl, Zuspruch und Empathie von Seiten der Therapeuten. Auch die Vermittlung von Grundwissen über den Heilungsverlauf wirkt hierauf positiv. Wir setzen bei den individuellen Ressourcen der Patienten an und entwickeln darauf gemeinsam ein passendes Eigenübungsprogramm. Dieses wird anschließend mehrmals täglich selbstständig durchgeführt. Zudem erläutern wir den Sinn und die Wichtigkeit der Übungen. Denn nur wenn ein Patient versteht, wofür er etwas tut, findet er die Motivation eigenverantwortlich seinen Teil zur Genesung beizutragen.“

 

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Zentrum für Gastroenterologie und Viszeralchirurgie

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