Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes Umfangreiche Therapien für vielfältige Ursachen

Die Erkrankungsmöglichkeiten des Magen-Darm-Traktes sind vielfältig. Die „gleichen“ Symptome können sehr unterschiedliche Ursachen haben. So kann beispielsweise Durchfall Ausdruck einer Infektion, einer autoimmunen Entzündung (chronisch entzündliche Darmerkrankungen), einer bösartigen Erkrankung, Nebenwirkung eines Medikamentes, einer Nahrungsmittelunverträglichkeit oder auch einer funktionellen Störung (Reizdarmsyndrom) sein. Und es gibt psychosomatische Ursachen, bei denen der Leib auf seelische Belastungen reagiert.

Bevor wir mit Ihnen eine individuelle Therapie ausarbeiten, ist es daher wichtig, eine umfassende apparative und ggf. auch funktionelle Diagnostik durchzuführen. Hierfür stehen uns in der Filderklinik alle Möglichkeiten einer modernen Magen-Darm-Diagnostik zur Verfügung.

Je nach Diagnose und Beschwerdebild können wir dann auf die unterschiedlichsten Therapiemöglichkeiten mit Medikamenten (konventionell, anthroposophisch, naturheilkundlich), äußeren Anwendungen (wie Wickeln und Einreibungen), Physiotherapie sowie künstlerischen Therapien und Heileurythmie zurückgreifen - je nachdem, was für Sie am besten geeignet ist.

Colitis ulcerosa und Morbus Crohn

Die Behandlung chronisch entzündlicher Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn ist ein Schwerpunkt unserer Abteilung. Neben der schulmedizinischen Behandlung auf neuestem Stand setzen wir erfolgreich auf ergänzende Therapien aus der Anthroposophischen Medizin (Medikamente, äußere Anwendungen wie Wickel und Einreibungen) und der Naturheilkunde. Daneben spielen künstlerische Therapien und die Heileurythmie sowie Gespräche zur biografischen Situation eine Rolle. Unser Ziel ist es, die Erkrankungsaktivität zu stoppen, Heilungsprozesse zu stimulieren und unseren Patient/innen die normale Teilhabe am Leben zu ermöglichen.

Diagnostik

Für die Diagnose von Erkrankungen von Magen und Darm sind Gastro- und Koloskopie sichere Verfahren. Mit einem Endoskop ist es möglich, die Schleimhäute zu betrachten, schmerzlos Gewebeproben zu entnehmen oder auch minimalinvasiv therapeutische Eingriffe vorzunehmen.

Bei einer Magenspiegelung (Gastroskopie) können wir die Speiseröhre, den Magen und den Zwölffingerdarm genau untersuchen. Die meisten Patientinnen und Patienten wollen während der Untersuchung schlafen, was unkompliziert, sicher und effektiv möglich ist dank moderner Betäubungsmedikamente und Überwachungsmethoden.

In Kooperation mit den Spezialisten unserer kinderheilkundlichen Abteilung sowie den Kolleginnen und Kollegen der anästhesiologischen Abteilung führen wir seit Jahren auch endoskopische Untersuchungen bei Kindern durch.

Lesen Sie auch unsere Patienteninformation zur endoskopischen Untersuchung

Bei der Darmspiegelung (Koloskopie) werden der Dickdarm und die Einmündung des Dünndarms untersucht.

Speziell bieten wir die Spiegelung des Dickdarms mit Kohlendioxid (CO2) als Untersuchungsgas an, was die Verträglichkeit der Untersuchung erheblich verbessert. Die Koloskopie dient der Abklärung von Störungen des Dickdarms und ist neben der Erkennung und Behandlung von entzündlichen Erkrankungen und Blutungen die wichtigste und effektivste Vorbeugemaßnahme im Rahmen der Dickdarm-Krebsvorsorge. Bei Bedarf erfolgen eine Entnahme von Gewebeproben (Biopsie), die Behandlung von Blutungen sowie die Entfernung von Polypen und kleinen Tumoren. Bei dieser Untersuchung wollen erfahrungsgemäß die meisten Patientinnen und Patienten schlafen, was unkompliziert, sicher und effektiv möglich ist dank moderner Betäubungsmedikamente und Überwachungsmethoden.

In Kooperation mit den Spezialisten unserer kinderheilkundlichen Abteilung sowie den Kolleginnen und Kollegen der anästhesiologischen Abteilung führen wir auch endoskopische Untersuchungen bei Kindern durch.

Lesen Sie auch unsere Patienteninformation zur endoskopischen Untersuchung

Bei dieser Untersuchungsmethode wird der bei einer normalen endoskopischen Untersuchung schwerer zugängliche Dünndarm für die Patient/innen schmerzfrei und angenehm mit einer Videokapsel untersucht. Diese Videokapsel hat die Größe einer großen Tablette und wird mit Wasser heruntergeschluckt. Sie durchläuft den gesamten Magen-Darm-Trakt und macht dabei Bilder, die per Funk auf einen Computer übertragen werden.

Die aufgenommenen Bilder werten wir dann am Bildschirm aus. Mit diesem Verfahren ist es möglich, den kompletten Dünndarm schonend und schmerzfrei zu untersuchen. Die Kapselendoskopie ergänzt bei entsprechender Fragestellung die endoskopische Diagnostik entscheidend. Die Kapsel selbst wird auf natürlichem Weg ausgeschieden und als Einmalprodukt danach entsorgt.

Um den Dünn- und Dickdarm noch differenzierter untersuchen zu können, wenden wir mit der Magnetresonanztomografie (MRT) nach Sellink eine weitere hochmoderne strahlenfreie Untersuchungstechnik an. Ist diese Untersuchung für Sie vorgesehen, müssen Sie zur Untersuchung ein Kontrastmittel trinken. Die MRT-Aufnahmen zeigen u.a. Verdickungen oder Entzündungen der Darmwand sehr zuverlässig an. Besonders bei entzündlichen Darmerkrankungen hat sich dieses Verfahren bewährt, das wir in Kooperation mit der radiologischen Praxis an der Filderklinik anbieten.

Diese Untersuchung ermöglicht es, mit einem Endoskop ein kleines Ultraschallgerät direkt in den oberen oder unteren Verdauungstrakt zu bringen, um so per hochauflösendem Ultraschall feine Veränderungen der Organe diagnostizieren zu können. Zudem können unter direkter Sichtkontrolle nur wenige Millimeter messende Läsionen punktiert und Gewebeproben zu diagnostischen Zwecken entnommen werden. Ferner eignet sich diese Technik vorzüglich z.B. für die Drainage und Ableitung innerer Abszesse. Die Untersuchung erfolgt in Sedierung wie bei einer Darmspiegelung.

Die Ultraschalluntersuchung ist eine schnell verfügbare, nicht invasive und schonende Methode, die inneren Organe und mögliche krankhafte Veränderungen darzustellen und Diagnosen zu stellen. Neben der Darstellung der Organe können unter sonographischer Kontrolle gezielte Punktionen zu diagnostischen und therapeutischen Zwecken durchgeführt werden. Auch Drainagen zur Ableitung von Abszessen oder Flüssigkeit können so gelegt werden. Gefäße und die Durchblutung lassen sich auf diese Weise exakt untersuchen.

Als Abteilung mit Schwerpunkt für Magen-Darm-Erkrankungen setzen wir den sogenannten H2-Exhalationstest zur Klärung von Unverträglichkeiten verschiedener Zuckerarten ein, wie z.B. Milchzucker und Fructose. Nach Trinken einer definierten Menge des zu testenden Zuckers können dann Abbauprodukte in der Ausatemluft nachgewiesen werden. Außerdem lassen sich über solche Untersuchungen Aussagen über die Darmflora und eine mögliche bakterielle Fehlbesiedelung des Dünndarmes machen.

Therapie

Bei der Behandlung von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen berücksichtigen wir im Rahmen unseres integrativ-medizinischen Behandlungskonzeptes den jeweils neuesten wissenschaftlichen Stand aller zur Verfügung stehenden Medikamente und Therapieverfahren und können so eine medizinische Behandlung auf höchstem Niveau garantieren. Zur Unterstützung des Heilungsprozesses kommen darüber hinaus äußere Anwendungen (wie z.B. die Linderung krampfartiger Bauchschmerzen durch einen Bauchwickel mit Sauerklee oder Kamille) neben künstlerischen Therapien wie Musik- und Maltherapie zum Einsatz. Dadurch werden die nicht minder wichtigen Prozesse der inneren Gesundung unterstützt. Die Unterstützung biografischer Entwicklungsschritte kann ebenfalls eine wichtige Rolle spielen.

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Chefarzt

Dr. med.  Markus  Debus

Facharzt für

  • Innere Medizin und Gastroenterologie

Zusatzbezeichnung Palliativmedizin und Notfallmedizin, Arzt für Anthroposophische Medizin (GAÄD), Ernährungsmedizin

Terminvereinbarung

Flyer Innere Medizin & Gastroenterologie Flyer Innere Medizin & Gastroenterologie

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