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Rudolf Steiner und Ita Wegman

Rudolf Steiner (1861-1925) ist der Begründer der Anthroposophie. Er absolvierte sein Studium an der Technischen Universität Wien und schloss es mit einer philosophischen Dissertation über Goethe ab. Anschließend war er Mitherausgeber der Naturwissenschaftlichen Schriften im Rahmen der ersten Gesamtausgabe von Goethes Werken. In enger Anlehnung an Goethes naturwissenschaftliche Erkenntnisse entwickelte Steiner eine phänomenologische Methode, von ihm „Goetheanismus“ genannt, die es erlaubt, die Zusammenhänge zwischen Natur, Geist und Mensch wissenschaftlich zu erforschen. Gegen Ende des Ersten Weltkriegs baten Ärzte Rudolf Steiner um Anregungen aus der anthroposophischen Geisteswissenschaft für ihr Arbeitsfeld. So entstand die Anthroposophische Medizin. Steiner verstand sie nicht als Alternative, sondern als Erweiterung der Schulmedizin.

Ita Wegman (1876-1943) war eine der ersten Ärztinnen, die Steiners Anregungen für die Medizin klinisch umsetzte. Sie begründete ein klinisch therapeutisches Institut, in dem Kranke stationär aufgenommnen werden konnten; die spätere Ita Wegman Klinik in Arlesheim/Schweiz. Parallel dazu gründete eine Ärztegruppe in Stuttgart ebenfalls ein klinisch-therapeutisches Institut und ein Heilmittellabor – die Vorläufer der heutigen Filderklinik und des großen Heilmittelbetriebs Weleda/Deutschland. (Geschichte der Filderklinik)