Kinder und Jugendliche sind mehr als nur kleine Erwachsene und haben deshalb - von der Geburt bis zum vollendeten 18. Lebensjahr - ihren eigenen Facharzt, den Pädiater.
Jeder Abschnitt auf dem Weg zum Erwachsenwerden hat seine eigenen Problemchen, Sorgen und Nöte. Gleichzeitig ist aber auch jeder Entwicklungsschritt unendlich spannend. Falls einmal etwas schief läuft, Verletzungen oder Erkrankungen vorliegen, wollen wir Babys, Kleinkinder, Schulkinder und Jugendliche als kompetente Ansprechpartner begleiten.
Wir behandeln fast alle im Kindesalter vorkommenden Krankheiten, dabei wird die Schulmedizin um naturheilkundliche, homöopathische und anthroposophische Medizin erweitert. Wir informieren Sie ausführlich über verschiedene Therapiemöglichkeiten und beziehen Sie als Eltern in den Genesungsprozess Ihres Kindes mit ein. Pädagogische, pflegerische und medizinische Fragen sehen wir als zusammenhängend an und beraten Sie dazu gerne.
Die künstlerische Gestaltung unserer Räume sorgt für eine kinder- und therapiefreundliche Atmosphäre, in rhythmisch gestalteter Tagesablauf macht den Einbezug technischer Medien weitgehend unnötig.
Allergologie
Wenn das Atmen schwer fällt, die Haut juckt, die Nase läuft und die Augen tränen, dann hat man es oft mit einer Allergie zu tun - aber was ist das überhaupt?
Eine Allergie ist die Überempfindlichkeit unseres Abwehrsystems auf einen Stoff, der normalerweise ganz harmlos ist, z. B. Blütenpollen oder Tierhaare. Einen solchen Stoff nennt man Allergen. Nachdem ein Körper erst einmal gegen ein Allergen überempfindlich geworden ist, reicht eine kleine Menge aus, um eine Reaktion auszulösen.
Tränende Augen, Triefnase und heftige Niesattacken - für viele Kinder und Jugendliche sind diese Symptome regelmäßig an der Tagesordnung. Der Spielplatz, die Radtour im Grünen oder die Streicheleinheiten für Nachbars Katze bedeuten für sie mehr Frust als Lust.
Allergien, die im Kindesalter auftreten, bessern sich manchmal in der Pubertät. Sie können sich aber auch verschlimmern oder in andere allergische Erkrankungen umwandeln. Umso wichtiger ist es, frühzeitig und fachgerecht etwas dagegen zu tun. Außerdem, einiges kann man auch selber tun, um "seinen Allergenen" zu entkommen.
Allergieauslöser lassen sich in folgende Gruppen aufteilen:
Inhalations-Allergene gelangen über die Atemluft in den Körper: z. B. Gräser- und Blütenpollen, Pilzsporen, Mehl, Wohnungsstaub (Hausstaubmilben), Tierhaarbestandteile und Lösungsmittel.
Nahrungsmittel-Allergene werden beim Essen und Trinken aufgenommen. Im Prinzip kann jedes Nahrungsmittel Allergien auslösen. Bei einigen ist aber die Häufigkeit besonders hoch, z. B. Milchprodukte, Lebensmittelzusätze und Konservierungsstoffe, Nüsse, Erdbeeren und bestimmte Gemüsesorten.
Kontakt-Allergene berühren die Haut direkt: z. B. Wolle, Färbemittel, Kosmetika, Salben, Pflaster, Pflanzensekrete, Latex und Metalle wie Zink, Kupfer, Nickel oder Silber.
Arzneimittel-Allergene bekommt man durch Einnahme oder Injektion bestimmter Medikamente.
Insektengift-Allergene gelangen durch einen Stich in den Körper: z. B. Bienengift oder Wespengift.
Tipps und Tricks, wie man den Allergenen entkommen kann:
Grundsätzlich gilt
- Vermeiden Sie das Rauchen in Gegenwart des Kindes - auch schon während der Schwangerschaft. Die Reizung der Atemwege erleichtert den Allergenen den Angriff auf die Schleimhäute.
- Waschen Sie Kleidung vor dem ersten Tragen mehrfach, um die Chemikalien zu entfernen, die beim Fertigen (durch Färben und Imprägnieren) hinein gelangt sind.
- Verzichten Sie auf tiereiweißhaltige Creme sowie auf Badezusätze (außer medizinischen Badeölen und Salzen)
- Lassen Sie Kindern wegen der häufigen Nickelallergie keine Ohrlöcher stechen.
- Keine so genannten "Hygienereiniger" in Ihrem Haushalt! Übertriebene Hygiene ist für die Bildung von Allergien eher förderlich als abträglich.
Für Pollenallergiker
- Informieren Sie sich anhand des Pollenflugkalenders und über die Polleninformationsdienste, wann die Pollen Ihres Kindes am stärksten in der Luft vorhanden sind.
- Schränken Sie Spaziergänge sowie Sport und Spielen im Freien während der Pollenflugzeit ein.
- Da Pollenkörner gut an der Kleidung haften, entkleiden Sie Ihr Kind nicht im Kinderzimmer und trocknen Sie Wäsche nicht im Freien.
- Waschen Sie abends die Haare oder bürsten Sie sie gründlich im Badezimmer aus - so verringern Sie das Einatmen der Allergene während der Nacht.
- Entgehen Sie den Pollen durch geschickte Urlaubsplanung. Geeignete Ziele sind Hochgebirge oder Küstengebiete mit überwiegenden Seewinden.
Für Milbenallergiker
- Reduzieren Sie alle "Staubfänger" wie Teppiche, Vorhänge, Polstermöbel und offene Regale auf ein Minimum.
- Geben Sie Ihren Kindern nur waschbare Plüschtiere.
- Nicht in Gegenwart des Kindes staubsaugen.
- Benutzen Sie nach Rücksprache mit Ihrem Arzt milben- und allergendichte Bezüge für die Matratzen.
- Lüften Sie regelmäßig und sorgen Sie für ein trockenes und schimmelpilzfreies Umfeld.
- Benutzen Sie ein bei 60° waschbares Kopfkissen und Oberbett.
- Entfernen Sie Luftbefeuchter und Pflanzen aus dem Kinderzimmer.
Für Insektengiftallergiker
- Versuchen Sie rasche und hektische Bewegungen des Kindes zu vermeiden, wenn Bienen und Wespen in der Nähe sind.
- Lassen Sie das Kind nicht barfuss über Wiesen gehen und meiden Sie die Nähe von Blumen, überreifen Früchten und Fallobst.
- Meiden Sie farbige Blumenmuster und weite Kleidung, in denen sich die Insekten verfangen können.
- Öffnen Sie Ihre Fenster erst abends oder bringen Sie Insektengitter an.
- Verzichten Sie auf alle Düfte, die Insekten anlocken, wie Parfüm, Haarspray und duftende Hautpflegemittel.
- Wird das Kind trotz aller Vorsicht gestochen, versuchen Sie den Stachel so schnell wie möglich zu entfernen.
Für Tierhaarallergiker
- Verzichten Sie nach Möglichkeit auf die Haltung eines Haustieres.
- Lassen Sie Ihr Kind keine Kleidungsstücke aus Schafwolle oder Tierfellen tragen.
- Achten Sie beim Kauf von Decken, Matratzen und Möbeln darauf, ob sie Federn oder Tierhaare enthalten.
- Verbringen Sie Ihren Urlaub nicht auf dem Bauernhof.
In Situationen, in denen sich ein Kontakt mit den Allergenen nicht vermeiden lässt, sollten Sie wirksame Medikamente bereithalten.
Oberarzt
Dr. med. Dieter Ecker
Schwerpunkt: Allgemeinpädiatrie und Allergologie
d.ecker(at)filderklinik.de




